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Steuern

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Mit unserer Personalberatung, Steuerberatung und Unternehmensberatung bieten wir Ihnen eines der umfassendsten und innovativsten Angebote am Markt. Selbst wenn Sie nur Teile davon in Anspruch nehmen, beraten wir Sie ganzheitlich und vorausschauend. Und bieten Ihnen so einen Mehrwert, der sich für Sie auszahlt.

AUREN entwickelt ständig neue Leistungsangebote für Sie. Damit Sie konsequent auf den allgegenwärtigen Wandel reagieren können: in der Welt, in Ihrer Branche, in Ihrem Unternehmen.

Die Sommertipps - jetzt wird's heiß

Ferienjobs als „kurzfristige“ Minijobs

"Kurzfristige Minijobs" sind begehrt bei Arbeitnehmern, insbesondere auch bei Ferienjobbern und deren Arbeitgebern. Sie sind nicht - wie die regulären Minijobs - auf 450 EUR im Monat begrenzt; auf den Verdienst kommt es bei einem kurzfristigen Minijob nicht an. Sie sind in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung versicherungs- und beitragsfrei. Arbeitgeber und Aushilfen zahlen also keine Sozialversicherungsbeiträge.

Dafür gelten für diese Minijobber andere Regeln: Ein kurzfristiger Minijob ist von vornherein auf maximal 3 Monate begrenzt, wenn der Minijobber an mindestens 5 Tagen pro Woche arbeitet, oder 70 Arbeitstage, wenn er regelmäßig weniger als an 5 Tagen wöchentlich beschäftigt ist. Diese Zeitgrenzen gelten generell für alle kurzfristigen Minijobs innerhalb eines Kalenderjahres, aber auch für jahresübergreifende Beschäftigungen, die von vornherein auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt sind.

Bitte beachten Sie:

  • Tage mit bezahlter Freistellung von der Arbeitsleistung (z. B. Tage mit Entgeltfortzahlung, Urlaubs- und Feiertage oder Tage der Freistellung zum Abbau von Guthabenstunden) sind bei der Prüfung der Zeitgrenzen für einen kurzfristigen Minijob zu berücksichtigen.
  • Arbeitet die Aushilfe länger als 3 Monate oder 70 Arbeitstage, ist die Beschäftigung kein kurzfristiger Minijob mehr. Ein kurzfristiger Minijob liegt ab dem Zeitpunkt nicht mehr vor, wenn Sie als Arbeitgeber absehen können, dass Ihre Aushilfe die Zeitgrenzen von drei Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschreitet.
  • Für kurzfristige Minijobs bis zum 31.12.2014 und ab dem 01.01.2019 gelten die Zeitgrenzen von 2 Monaten bzw. 50 Arbeitstagen.
  • Kurzfristige Minijobs können individuell nach der Steuerklasse oder - unter weiteren Voraussetzungen - mit 25 % pauschal besteuert werden.
  • Wer berufsmäßig arbeitet, darf nicht kurzfristig - also versicherungsfrei - beschäftigt werden. Berufsmäßig heißt, dass die Beschäftigung nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist, sondern damit den Lebensunterhalt sichert.
  • Bitte lassen Sie sich vor Einstellung einer kurzfristigen Beschäftigung beraten!

Einkünfteerzielungsabsicht bei Ferienwohnungen

Erneut musste sich der Bundesfinanzhof mit der Einkünfteerzielungsabsicht und der damit verbundenen Geltendmachung von Werbungskosten bei Ferienwohnungen auseinandersetzen. Dazu stellt er in seinem Beschluss vom 09.03.2017 noch einmal klar, dass bei einer "Ferienwohnung" grundsätzlich und typisierend von der Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen ist, einen Einnahmeüberschuss zu erwirtschaften, wenn sie ausschließlich an Feriengäste vermietet und in der übrigen Zeit hierfür bereitgehalten wird. Entsprechend sind die erforderlichen Aufwendungen als Werbungskosten anzuerkennen.

Weitere Voraussetzungen ist, dass das Vermieten die ortsübliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen - abgesehen von Vermietungshindernissen - nicht erheblich (d. h. um mindestens 25 %) unterschreitet.

Liegen die genannten Voraussetzungen bei einer Ferienimmobilie nicht vor, z. B. weil sich der Eigentümer die Selbstnutzung der Ferienwohnung vorbehält, ist die Vermietung mit einer auf Dauer ausgerichteten Vermietungstätigkeit nicht vergleichbar. Entsprechend muss die Einkünfteerzielungsabsicht dann durch eine Prognose überprüft werden.

Rechnungsfrist bei sonstigen Leistungen aus dem EU-Ausland

Bei der Beauftragung von Dienstleistungen im EU-Ausland ist vom auftraggebenden Unternehmer darauf zu achten, dass er zeitnah zu dieser Leistung eine Rechnung erhält. Am Beispiel einer EU-Transportleistung erläutern wir Ihnen den Sachverhalt.

Der Münchener Unternehmer D beauftragt eine im Ausland, z. B. in Spanien ansässige Spedition S mit einem Warentransport von z. B. Barcelona nach München. Der Warentransport trifft am 27. Juli in München ein. Aufgrund der Urlaubszeit erhält D die Rechnung jedoch erst am 30. September.

Das Problem: Die Steuer entsteht bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungen grundsätzlich mit Ablauf des Voranmeldezeitraums, in dem die Leistung erbracht wurde ( § 13 b Abs. 1 UStG), in unserem Beispiel somit im Juli.

Obwohl die Rechnung erst auf den 30. September lautet, darf sich D nicht auf den verspäteten Zugang der Rechnung berufen. D muss in der Umsatzsteuervoranmeldung im Juli die Umsatzsteuer und in gleicher Höhe die Vorsteuer schätzen und gegebenenfalls korrigieren, falls später andere Werte bekannt werden.

Hintergrund ist das innergemeinschaftliche Kontrollsystem der EU. Unser Unternehmer D aus München und der spanische Unternehmer S aus Barcelona haben korrespondierende Erklärungen abzugeben: Der Leistungsmonat und der Betrag haben zu korrespondieren.

Fazit: Der Unternehmer hat seine eingekauften Dienstleistungen dahingehend zu überwachen, dass rechtzeitig abgerechnet wird. Liegt eine Rechnung noch nicht vor, ist die Leistung mit geschätzten Werten in die USt-Voranmeldung zu übernehmen.

Bei Fragen zu diesem Themen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Versand- und Verpackungskosten in 44-Euro-Sachbezugsfreigrenze?

Viele Unternehmen übermitteln ihren Mitarbeitern Geschenke im Rahmen der 44-Euro-Freigrenze. Nun kam die Frage auf, wie bei einem Postversand mit den Versand- und Verpackungskosten umzugehen ist?

Im zu entscheidenden Fall hatte eine Spedition den Mitarbeitern im Rahmen eines Prämiensystems die Möglichkeit eingeräumt, bei einer Fremdfirma monatlich Waren mit einem Warenwert von brutto 43,99 Euro zu bestellen. Bezahlt wurden die Bestellungen von der Spedition. Die Fremdfirma stellte nicht nur den Warenwert in Rechnung, sondern verlangte für den Versand der Ware an die Anschrift des Arbeitnehmers zusätzlich eine Versand- und Handlingspauschale von jeweils brutto 7,14 Euro.

Folge: Der Lohnsteuerprüfer rechnete diese Pauschale dazu und kam zum Ergebnis, dass die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge überschritten, der komplette Sachbezug lohnsteuerpflichtig war.
Das FG Baden-Württemberg hat die Ansicht des Lohnsteuerprüfers bestätigt.

Praxistipp: Als Arbeitgeber müssen Sie damit rechnen, dass Lohnsteuerprüfer dieses Thema bei ihren nächsten Lohnsteuerprüfungen aufgreifen werden (sofern das bisher noch nicht geschehen ist). Um lohnsteuerlich auf der sicheren Seite zu stehen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Arbeitgeber berechnen für künftige Sachbezüge die Versand- und Handlingspauschale in den Sachbezug von 44 Euro ein. Auf den Urteilsfall bezogen, würde das bedeuten, dass der Arbeitnehmer monatlich nur noch Waren im Wert von 36,86 Euro bestellen dürfte.
  • In Fällen, in denen die 44-Euro-Freigrenze wegen dieser Zusatzleistungen überschritten und vom Lohnsteuerprüfer aufgegriffen wurde, sollten Arbeitgeber sich gegen Nachforderungsbescheide mit einem Einspruch und einem Antrag auf Ruhen des Verfahrens wehren.
  • Grundsätzlich können Sie sich hier auf das Revisionsverfahren beim BFH berufen, welches das Aktenzeichen R 32/16 trägt.

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