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Ausgabe Baden-Württemberg

Gartenschau

Idee: Die Stadt zum Blühen bringen. Beispiel: Chrysanthema Lahr

Energiewende zur klimafreundlichen, regionalen und sozialen Großveranstaltung

Die Chrysanthema Lahr ist in den vergangenen fünf Jahren systematisch als Stadtmarketinginstrument auf- und ausgebaut worden. Heute ist Deutschlands größtes Open Air-Blütenfestival im Spätherbst Alleinstellungsmerkmal, Dachmarke, Identitäts- und Imageträger. Durch die Neuausrichtung verspricht sich das Stadtmarketing nicht nur zusätzliche Gewinne für Handel und Hotellerie, sondern auch den Aufbau eines nachhaltigen Tourismus in Lahr und der gesamten Region.

Tragende Säule für den Erfolg der Chrysanthema ist eine strikte Einhaltung des Qualitätsanspruchs in allen Bereichen. Ein jährlich wechselndes Motto ebenso wie ein zielgruppenspezifisches Veranstaltungsprogramm tragen zur Attraktivität der Veranstaltung für Mehrfachbesucher bei. Schließlich ist die Chrysanthema eine gewachsene, lokal verankerte Veranstaltung mit starken Bindungsimpulsen nach innen durch die aktive Einbeziehung von Vereinen und Bürgern (Blumenwagen, Programm), der Werbegemeinschaft Lahr (Kochveranstaltungen, Kollektive, Schaufenstergestaltung), Industrie (Sponsoren), Hotellerie (Pauschalen) und Stadtverwaltung (Querschnittsdenken und Zusammenarbeit).

Die Umstellung eines dreiwöchigen Großevents zur klimafreundlichen Veranstaltung, auf regionale Produktionsketten und eingebunden in ein umfassendes Verkehrs- und Kommunikationskonzept ist innovativer Ansatz eines nachhaltigen Stadtmarketings. Die Neuausrichtung der Chrysanthema hat Vorbildfunktion für andere Kommunen und ist Pilotprojekt für die Landesgartenschau 2018 in Lahr.

Die Chrysanthema besteht seit nunmehr 14 Jahren. Um ihren Erfolg für den Einzelhandelsstandort Lahr auch zukünftig sicher zu stellen bzw. auszubauen, wurde im Jahr 2011 ein Maßnahmenplan zur konsequenten, schrittweisen Umwandlung des Events in eine klimafreundliche, sozial verträgliche und regionale Großveranstaltung erarbeitet. Zur Umsetzung des Projektes wurde zunächst die Unterstützung eines maßgeblichen Sponsors gesucht. Am Anfang des Jahres fand ein verwaltungsinterner Workshop unter Beteiligung potenzieller Partner des ÖPNV statt. Der extern begleitete Workshop diente einerseits der Sensibilisierung der Verwaltung mit dem Thema, andererseits wurden erste Ideen zur Optimierung der Chrysanthema aus ökologisch-sozialer Sicht gebündelt. Anschließend ging es an die Umsetzung der Klimaziele in den unterschiedlichsten Bereichen. So wurden DB Regio und SWEG Mobilitätspartner zur langfristigen Reduzierung des Individualverkehrs.

Weitere Maßnahmen betrafen die Umstellung sämtlicher Druckerzeugnisse wie Flyer, Plakate und Kalender auf zertifiziertes Recyclingpapier. Um Ressourcen zu sparen, wurde ein neues Mehrwegkonzept mit Spülstationen und alternativer Nutzung von zertifiziertem, kompostierbarem Geschirr eingeführt. Die Produktion von regionalen  bzw. sozial verträglichen Souvenirs und Give-Aways ist Zielsetzung des Stadtmarketings und der Partner aus Handel und Gastronomie. Im Bereich Food wurden sämtliche gastronomischen Schausteller und Vereine dazu verpflichtet, so weit möglich, nachweislich Produkte aus regionaler Herkunft (z.B. Glühwein von Winzergenossenschaften oder Mehl, Wurst und Kompott von regionalen Produzenten) bzw. biologische Speisen und Getränke zu verwenden. Zukünftig soll die Nutzung von Ökostrom zur weiteren CO2-Reduzierung beitragen. Im Veranstaltungsbereich kamen nahezu alle Künstler aus Baden-Württemberg und trugen durch kurze Anfahrtswege sowie Bahn- und Busnutzung zur Umweltfreundlichkeit bei. Großer Wert wurde auf die Einbindung örtlicher Schulen und Vereine sowohl bei der Standvergabe als auch bei der Konzeption des Veranstaltungsprogramms gelegt. In Gesprächen mit Redakteuren von Tages- und Wochenzeitungen sowie Fachzeitschriften wurden Hintergrundinformationen für  die mediale Aufbereitung der Neuausrichtung vermittelt.

Nach Abschluss der Chrysanthema 2011 sind sowohl Handel als auch Gastronomie, Vereine und Schausteller sehr zufrieden mit dem wirtschaftlichen und ideellen Erfolg der Neuausrichtung.

Preisträger 2011 - Kategorie Mittelstädte

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