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Personal Ratgeber

Über uns

AUREN entwickelt ständig neue Leistungsangebote für Sie. Damit Sie konsequent auf den allgegenwärtigen Wandel reagieren können: in der Welt, in Ihrer Branche, in Ihrem Unternehmen.

Mit unserer Personalberatung, Steuerberatung und Unternehmensberatung bieten wir Ihnen eines der umfassendsten und innovativsten Angebote am Markt. Selbst wenn Sie nur Teile davon in Anspruch nehmen, beraten wir Sie ganzheitlich und vorausschauend. Und bieten Ihnen so einen Mehrwert, der sich für Sie auszahlt.

Ratgeber Gehaltsextras: Möglichkeiten der Entgeltoptimierung, Unterstützung bei der Mitarbeitersuche und -bindung

Der Mensch ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für jedes Unternehmen. Doch wie erreicht man es, einen Mitarbeiter vor Freude strahlen zu lassen? Wie wir alle wissen, haben finanzielle Anreize immer nur eine gewisse Haltbarkeit. Nichtsdestotrotz bergen sie eine direkte Motivationswirkung und helfen uns oftmals, Anerkennung für gute Leistungen zu zeigen. Neben der Motivation von bereits vorhandenen Mitarbeitern und deren Bindung an ein Unternehmen, liegt eine zentrale Aufgabe von Firmen in der Suche nach den richtigen Mitarbeitern. Bei der Entscheidung über entsprechende Gehaltszahlungen findet man immer wieder das Schlagwort Entgeltoptimierung. Dabei werden dem einzelnen Mitarbeiter Sachbezüge als Ersatz für bestehende oder zukünftig zu zahlende Entgelte mit steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugesagt. Der vorliegende Ratgeber liefert eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten hierfür.

von Birgit Ennemoser (Autor)

Aushilfen – geringfügig Beschäftigte

Überschreiten von der EUR 450, -Grenze. Diese kann mittlerweile in drei Zusammenhängen überschritten werden:

1.)   Regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt

Bei der Prüfung, ob die für geringfügig entlohnte Beschäftigungen geltende Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat überschritten wird, ist vom regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist.

Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt darf durchschnittlich im Jahr 450 Euro nicht übersteigen. Das entspricht einer Verdienstgrenze von maximal 5.400 Euro pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung.

Das regelmäßige Arbeitsentgelt ist vorausschauend bei Beginn der Beschäftigung bzw. erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen zu ermitteln. Stellen Arbeitgeber aus abrechnungstechnischen Gründen stets zu Beginn eines jeden Kalenderjahres eine neue vorausschauende Betrachtung zur Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts an, bestehen keine Bedenken. Eine erstmalige vorausschauende Betrachtung für eine im Laufe eines Kalenderjahres aufgenommene Beschäftigung kann demnach zu Beginn des nächsten Kalenderjahres durch eine neue jährliche Betrachtung für dieses Kalenderjahr ersetzt werden.

Dem regelmäßigen monatlichen Arbeitsverdienst sind auch einmalige Einnahmen hinzuzurechnen, die mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich gezahlt werden, wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Wer also 450 Euro monatlich verdient und zusätzlich noch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhält, ist nicht mehr geringfügig beschäftigt.

ABER Beispiel:

Eine Arbeitnehmerin verdient 410 Euro im Monat und erhält jedes Jahr im Dezember ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld in Höhe von 300 Euro. Sie erzielt somit im Jahr 4.920 Euro plus 300 Euro Weihnachtsgeld; zusammen 5.220 Euro. Ihr monatlicher Verdienst beträgt folglich 435 Euro (5.220 Euro : 12). Damit liegt sie mit ihrem Verdienst unter der 450-Euro-Grenze und die Minijob-Regelungen finden in diesem Fall Anwendung.

2.)   Schwankendes Arbeitsentgelt

Bei der Feststellung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts ist auch schwankendes Arbeitsentgelt zu berücksichtigen. Wenn z. B. ein Minijobber in einem Dauerarbeitsverhältnis saisonbedingt unterschiedliche Arbeitsentgelte erzielt, hat der Arbeitgeber das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt zu schätzen. Bei einem geschätzten Jahresarbeitsentgelt (nicht Kalenderjahr) bis 5.400 Euro liegt ein 450-Euro-Minijob vor.

Erweist sich diese Feststellung infolge nicht sicher vorhersehbarer Umstände im Nachhinein als falsch, ist der Beschäftigte nur für die Zukunft ab dem Zeitpunkt der Feststellung versicherungspflichtig bei seiner Krankenkasse. Für die Vergangenheit behält die ursprünglich getroffene versicherungsrechtliche Beurteilung Gültigkeit.

Beispiel:

Ein Kellner erzielt in den Monaten Oktober bis April voraussichtlich monatlich 410 Euro und in den Monaten Mai bis September monatlich 530 Euro. Das für die versicherungsrechtliche Beurteilung maßgebende Arbeitsentgelt ist wie folgt zu ermitteln:

Oktober bis April (7 x 410 Euro =) 2.870 Euro

Mai bis September (5 x 530 Euro =) 2.650 Euro

Summe 5.520 Euro

Das monatliche Entgelt beläuft sich auf 460 Euro (5.520 Euro : 12) und übersteigt die Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro, so dass der Kellner ab Beschäftigungsbeginn versicherungspflichtig bei seiner  Krankenkasse anzumelden wäre.

Ausgenommen davon sind erhebliche Schwankungen in den Bezügen: Eine erhebliche Schwankung liegt vor, wenn eine in wenigen Monaten eines Jahres ausgeübte Vollzeitbeschäftigung nur deshalb geringfügig entlohnt ausgeübt würde, weil die Arbeitszeit und das Arbeitsentgelt in den übrigen Monaten des Jahres lediglich soweit reduziert werden, dass das Jahresarbeitsentgelt 5.400 Euro nicht übersteigt. Solche Beschäftigungen sind nicht als Minijobs zu betrachten.

3.)   Überschreiten der Verdienstgrenze

Überschreitet in einem 450-Euro-Minijob das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt den Betrag von 450 Euro, so liegt vom Tage des Überschreitens an kein Minijob mehr vor. Für die zurückliegende Zeit behält die ursprünglich getroffene versicherungsrechtliche Beurteilung Gültigkeit. Dies gilt grundsätzlich auch, wenn die Entgeltgrenze durch Aufnahme eines weiteren Minijobs überschritten wird.

ABER: Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze führt nicht automatisch zur Beendigung des Minijobs. Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu zwei Monaten innerhalb eines Jahres (nicht Kalenderjahres) anzusehen. Aufgrund dieser Auslegung kann es im Einzelfall nicht nur zum Überschreiten der monatlichen Arbeitsentgeltgrenze (450 Euro), sondern auch der  jährlichen Arbeitsentgeltgrenze (5.400 Euro) kommen. Dabei ist die Höhe des Arbeitsentgelts in dem Monat, in dem die Entgeltgrenze unvorhersehbar überschritten wird, unerheblich. Vorhersehbar – und damit schädlich - ist zum Beispiel die regelmäßige Zahlung eines Urlaubsgeldes oder Weihnachtsgeldes. Nicht vorhersehbar – und damit möglich, aber die Nachweispflicht liegt beim Unternehmen - wäre beispielsweise ein längerer Arbeitseinsatz wegen krankheitsbedingtem Ausfall von anderen Arbeitskräften.

Beispiel:

Eine Minijobberin wird von ihrem Arbeitgeber gebeten, Ende Juni wider Erwarten für einen Monat zusätzlich eine Krankheitsvertretung zu übernehmen. Ihr bisheriger monatlicher Verdienst von 225 Euro erhöht sich für diese Zeit auf 600 Euro. Die Minijobberin bleibt weiterhin geringfügig entlohnt beschäftigt, da es sich um ein gelegentliches und unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze für die Dauer von einem Monat handelt.


Mitarbeiter Card

Mitarbeiter binden durch Ihre innovative Mitarbeiter Card - ein Baustein Ihres innovativen Lohnkonzeptes?

Dieses Medium ermöglicht Unternehmen, ihren Mitarbeitern bis zu EUR 44,- monatlich nach geltenden steuerlichen Richtlinien netto zukommen zu lassen. Da eine direkte finanzielle Zuwendung steuer- und sv-frei nicht denkbar wäre, bietet die Nutzung dieser Karten den Mitarbeitern die Option, an Tankstellen, Versandhäusern und Internetshops, aber auch bei weiteren Vertragspartnern wie Einrichtungshäusern und Baumärkten, Parfümerien und Drogerien usw., wahlweise monatlich bis zu EUR 44,- abhängig von dem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Betrag – oder aber auch aufgelaufene Beträge über mehrere Wochen oder Monate für die Erfüllung privater Wünsche oder ganz profan der Betankung des Autos einzusetzen.

Als Fördermitglied bietet AUREN die Nutzung der eigenen Rabattkonditionen an und ermöglicht so auch kleineren Unternehmen den Zugang zu einer solchen Kartenlösung zu einem wirtschaftlich sinnvollen Preis. Im Rahmen dieser Partnerschaft erhält der Arbeitgeber nach seiner Bestellung eine – auf Wunsch und gegen einen kleinen Aufpreis individuell mit Logo-gelabelte Karte für seine Mitarbeiter oder auch nur Teile der Belegschaft und monatlich eine Rechnung über die Aufladung der Karten. Die Verwaltung und Abwicklung der Kartenabrechnung mit den Tankstellen, Handelspartnern und sonstigen Dienstleistern wird über den Kartenpartner abgewickelt, mit welchem über die Rahmenkondition AUREN die Mitgliedsunternehmen des Handelsverbandes eine direkte Vertragsbeziehung eingehen.

Innovation- oder Nettolohnkonzepte ohne Risiko und mit geringem Aufwand

Der Handelsverband bietet seinen Mitgliedern die Einrichtung von Nettolohnkonzepten auf Wunsch und Auswahl bzw. stellt die Rahmenbedingungen dazu in rechtssicherer Form durch das Fördermitglied AUREN seinen Mitgliedsunternehmen zur Verfügung.

Da AUREN ein Beratungshaus mit eigenen Steuerberatern und Sozialversicherungs-Anwälten ist, ist hier sicher gestellt, dass die Abwicklung in professioneller Form und ohne spätere Konsequenzen im Rahmen von Lohnsteuer- und Sozialversicherungsprüfungen erfolgt. Wählen Sie hierbei zwischen folgenden Komponenten:

  • Telefonische Kurzberatung mit Nettooptionen bis zu EUR 20,- monatlich je Mitarbeiter und Überreichung von entsprechenden Vertragsvorlagen dafür
  • Einstündige Spezialberatung mit Nettooptionen bis zu EUR 100,- monatlich je Mitarbeiter unter Reduzierung der Personalkosten, d.h. ein MEHR an Entgelt für die Mitarbeiter OHNE Mehrkosten bei Ihnen.

Beide Optionen werden zu einem Pauschalpreis von je EUR 250,- netto angeboten.

Wir konnten AUREN auch für die Begleitung der Umsetzung bei Ihnen gewinnen – falls Sie hier Unterstützung wünschen, versetzt Sie aber ansonsten in die Situation, diese Möglichkeiten selbstständig zu nutzen.

Abrundend bieten wir Ihnen gemeinsam mit der GMI das Mitarbeiterbindungskonzept durch Mitarbeiterfahrzeuge im Rahmen von Bruttoentgeltmodellen: kurz gesagt schafft sich der Mitarbeiter ein Leasingfahrzeug über Sie als Arbeitgeber an und zahlt seine Leasingrate dazu über sein Bruttogehalt. Eine spannende Möglichkeit für Mitarbeiter und Unternehmen, die allerdings ein wenig mehr Vorbereitung fordert, dafür aber auch zu einer langfristigen Bindung führt.


Auszug Akzeptanzpartner NEO Card

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Die Sommertipps

Beschäftigung von Schülern und Studenten als Aushilfen während der Ferienzeit

Grundsätzlich sind Schüler und Studenten wie reguläre Arbeitnehmer zu behandeln. Bei einer mehr als vierwöchigen Beschäftigungsdauer haben diese z. B. einen anteiligen Anspruch auf Erholungsurlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Liegt ein Tarifvertrag vor, gilt auch eine tarifliche Bezahlung, wenn Aushilfen von den Regelungen eines Tarifvertrags erfasst werden.

PRAXISHINWEIS: Arbeitgeber müssen den Arbeitsvertrag mit der Ferienaushilfe schriftlich abschließen, da ein befristeter Arbeitsvertrag zu seiner Wirksamkeit der Schriftform bedarf.

Jugendschutz
Besondere arbeitsrechtliche Schutzvorschriften gelten, wenn Minderjährige beschäftigt werden. In diesem Fall müssen Arbeitgeber die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) beachten. Das JArbSchG unterscheidet dabei zwischen Kindern und Jugendlichen:

  • Kinder über 13 und unter 15 Jahren dürfen nur beschäftigt werden, wenn sie eine leichte Aushilfsarbeit (z. B. Verteilung von Prospekten) ausüben und die Arbeitszeit nicht mehr als zwei Stunden am Tag und fünf Tage in der Woche beträgt. Die Arbeit darf nicht nach 18 Uhr, nicht vor und nicht während des Schulunterrichts ausgeführt werden.
  • Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren dürfen während der Schulferien für höchstens vier Wochen im Kalenderjahr beschäftigt werden. Sie dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich, nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich sowie an maximal fünf Tagen in der Woche beschäftigt werden. An Samstagen und Sonntagen dürfen sie in der Regel nicht eingesetzt werden; Ausnahmen gibt es beispielsweise bei der Beschäftigung in Gaststätten, Bäckereien und Konditoreien. Daneben gelten weitere Schutzvorschriften, z. B. zum Schutz vor gefährlichen Arbeiten und Akkordarbeit.

Wichtig: Wer Minderjährige als Aushilfe beschäftigt, muss die Einwilligung der gesetzlichen Vertreter einholen, damit der Arbeitsvertrag wirksam ist.

Mindestlohn von 8,84 EUR pro Stunde
Zum 01.01.2017 wurde der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 EUR pro Stunde auf 8,84 EUR pro Stunde erhöht. Studenten, die neben dem Studium oder in den Semesterferien arbeiten, haben damit Anspruch auf diesen Betrag. Jugendlichen unter 18 Jahren ohne Berufsabschluss kann auch ein geringerer Lohn gezahlt werden.

Besteuerung von Ferienaushilfen
Als Ferienaushilfen beschäftigte Schüler und Studenten unterliegen grundsätzlich dem allgemeinen Lohnsteuerabzug.

Am besten lassen sich die erforderlichen Angaben über einen Personalfragebogen einholen. Die vom Finanzamt zurückgemeldeten Daten legt der Arbeitgeber der Lohnsteuerberechnung zugrunde.
Kann der Arbeitgeber keine ELStAM abrufen, gilt Folgendes:

  • Hat der Arbeitnehmer eine Sperre veranlasst, muss der Arbeitgeber den Arbeitslohn nach Steuerklasse VI besteuern.
  • Hat der Arbeitnehmer (noch) keine Steuer-Identifikationsnummer, weil es sich um einen aus-ländischen, beschränkt steuerpflichtigen Schüler oder Studenten handelt, der weniger als sechs Monate in Deutschland lebt und deshalb hier nicht meldepflichtig ist, muss dieser selbst oder der Arbeitgeber eine Bescheinigung vom Betriebsstätten-Finanzamt beantragen.
  • Ist ein Abruf der ELStAM aus technischen Gründen nicht möglich oder eine Steuer-Identifikationsnummer bei einer vom Ausland kommenden Aushilfe, die sich in Deutschland anmelden will, noch nicht erteilt worden, kann drei Monate lang nach den voraussichtlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen abgerechnet werden. Nach Vergabe der Identifikationsnummer und Übermittlung der ELStAM ist der erfolgte Lohnsteuerabzug ggf. zu korrigieren.

Individuelle Besteuerung oder Lohnsteuerpauschalierung?
Der Arbeitgeber kann die Aushilfsbeschäftigung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen besteuern oder, wenn die Voraussetzungen vorliegen, pauschalieren.

In vielen Fällen aber ist es vorteilhafter, eine lediglich in den Schul- oder Semesterferien ausgeübte Beschäftigung nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen zu besteuern. Häufig fällt auf das Jahr hochgerechnet keine Lohnsteuer an. Im Jahr 2017 beträgt die Jahresarbeitslohngrenze, bis zu der in Steuerklasse I keine Lohnsteuer anfällt, 11.210 EUR (besondere Lohnsteuertabelle, die für nicht rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer gilt; bei Rentenversicherungspflicht erhöht sich der Betrag auf 12.083 EUR).

Mehrere Ferienjobs nebeneinander
Studenten üben in der vorlesungsfreien Zeit manchmal gleichzeitig mehrere Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern aus. Auch in diesem Fall kann die Besteuerung individuell nach den ELStAM erfolgen. Für das weitere Beschäftigungsverhältnis gilt die Steuerklasse VI. Dadurch ergibt sich selbst bei einem sehr geringen monatlichen Arbeitslohn ein Lohnsteuerabzug. Der unverhältnismäßig hohe Lohnsteuerabzug mit Steuerklasse VI gleicht sich jedoch im Rahmen der Einkommensteuererklärung wieder aus.

Lohnsteuerpauschalierung durch den Arbeitgeber
Anstelle des individuellen Lohnsteuerabzugs kann der Arbeitgeber eine Lohnsteuerpauschalierung vornehmen. Voraussetzung ist, dass es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Sinne der Sozialversicherung handelt und die Voraussetzungen nach § 40a EStG erfüllt sind.

Geringfügig entlohnte Beschäftigung: Der Arbeitgeber kann für einen 450-EUR-Minijob, für den er pauschale Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung von 15 % zu entrichten hat, die Lohnsteuer mit einem einheitlichen Pauschalsteuersatz von zwei % des Arbeitsentgelts erheben.

Kurzfristig ausgeübte Beschäftigung: Der Arbeitgeber kann im Jahr 2017 die Lohnsteuer mit einem Pauschalsteuersatz von 25 % erheben, wenn

  • der Ferienjob nicht über 18 zusammenhängende Arbeitstage hinausgeht,
  • der Arbeitslohn durchschnittlich 72,00 EUR täglich nicht übersteigt und
    der Stundenlohn höchstens 12,00 EUR beträgt.

Wichtig: Ob sozialversicherungsrechtlich eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt, ist für die Lohnsteuerpauschalierung ohne Bedeutung. Für die Pauschalierung mit 25 % dürfen die großzügigeren zeitlichen und betragsmäßigen Grenzen des Sozialversicherungsrechts nicht angewendet werden.

Sozialversicherungsrechtliche Behandlung
Mit der richtigen Gestaltung können Schüler und Studenten ihren Ferienjob in den Schul- bzw. Semesterferien sozialversicherungsfrei ausüben.

Kurzfristig ausgeübte Beschäftigung
Für Ferienaushilfen, die ausschließlich während der Schul- oder Semesterferien mehrere Wochen am Stück arbeiten, ist die kurzfristige Beschäftigung die optimale Beschäftigungsform. Damit keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen, darf der Ferienjob im Kalenderjahr nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage ausgeübt werden.

Der Zeitraum von 70 Arbeitstagen gilt für Beschäftigungen, die an weniger als fünf Tagen pro Woche ausgeübt werden. Die Höhe des Arbeitslohns spielt bei einer kurzfristigen Beschäftigung im Sozialversicherungsrecht keine Rolle.

Wichtig: Mehrere kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Kalenderjahrs sind zeitlich zusammenzurechnen. Wurde bereits eine kurzfristige Beschäftigung ausgeübt, kann eine weitere zur Versicherungspflicht führen mit der Folge, dass für den gesamten Zeitraum Beiträge nacherhoben werden.
Gleiches gilt, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird. Insofern gilt es, bei Schulabgängern aufzupassen:

  • Schulentlassene, die bis zum Beginn der Berufsausbildung eine Beschäftigung ausüben, gelten als berufsmäßig und nicht kurzfristig beschäftigt.
  • Schulentlassene Ferienjobber vor einem Studium gelten nicht als berufsmäßig beschäftigt, sie können als Kurzfristige angemeldet werden.

PRAXISHINWEIS: Arbeitgeber sollten sich von Ferienaushilfen eine Schul- bzw. Studienbestätigung vorlegen und eine Vorbeschäftigung schriftlich bestätigen lassen. Sofern sie sich später als falsch herausstellen, kann der Arbeitgeber von der Aushilfe ggf. anfallende Sozialversicherungsbeiträge zurückverlangen.

Beschäftigt man wiederholt immer die gleichen Aushilfen mit Befristung, so muss zwischen den beiden Rahmenverträgen ein Zeitraum von mindestens zwei Kalendermonaten liegen. Ist das nicht der Fall, ist von einem Dauerarbeitsverhältnis auszugehen, welches Versicherungspflicht in allen Sozialversicherungszweigen auslöst.

Geringfügig entlohnte Beschäftigung
Auch für Ferienjobber kommt die geringfügig entlohnte Beschäftigung in Betracht. Sie bietet sich insbesondere an, wenn eine kurzfristige Beschäftigung nicht (mehr) möglich ist. Es gilt die Entgeltgrenze von 450,00 EUR (450-EUR-Minijob-Grenze).
Die Beschäftigung einer Aushilfe als Minijobber hat zur Folge, dass der Arbeitgeber

  • einen pauschalen Krankenversicherungsbeitrag von 13 % (sofern der Schüler bzw. Student gesetzlich [mit-]versichert ist; der Beitrag entfällt hingegen für privat krankenversicherte Minijobber) und
  • einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von 15 % leisten muss.

Wichtig: Übt ein Schüler oder Student in den Ferien eine 450-EUR-Beschäftigung aus, besteht für ab 2013 neu aufgenommene geringfügig entlohnte Beschäftigungen grundsätzlich Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Entsprechendes gilt für bereits vor 2013 aufgenommene geringfügige 400-EUR-Beschäftigungen nach altem Recht, wenn ab 2013 das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt auf bis zu 450,00 EUR angehoben wurde.

PRAXISHINWEIS: Der 450-EUR-Minijobber kann sich durch schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Der Arbeitgeber hat bei vorliegendem Befreiungsantrag den Minijobber in der Krankenversicherung mit der Beitragsgruppe „5“ zu melden. Darüber hinaus ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Tag des Eingangs des Befreiungsantrags zu dokumentieren und den Antrag zu den Entgeltunterlagen zu nehmen.

Die Befreiung wirkt grundsätzlich ab Beginn des Kalendermonats, in dem der Antrag beim Arbeitgeber eingeht, frühestens ab Beschäftigungsbeginn. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber der Minijob-Zentrale die Befreiung bis zur nächsten Entgeltabrechnung, spätestens innerhalb von sechs Wochen nach Eingang des Antrags, mit der Meldung zur Sozialversicherung anzeigt.

Wichtig: Wird die Befreiung nicht innerhalb dieser sechs Wochen angezeigt, beginnt die Befreiung erst nach Ablauf des Kalendermonats, der dem Kalendermonat des Eingangs der Meldung bei der Minijob-Zentrale folgt. Das kann für die Rentenversicherungsfreiheit während der eigentlichen Aushilfstätigkeit zu spät sein.

PRAXISHINWEIS: Übt ein Schüler oder Student unterjährig bereits einen Minijob aus, kann er in der Ferienzeit die monatliche Entgeltgrenze von 450,00 EUR kurzzeitig überschreiten, sofern im Jahresdurchschnitt der regelmäßige Monatslohn unter 450,00 EUR bleibt. Die Jahresgrenze liegt bei einer durchgehenden zwölfmonatigen Beschäftigung bei 5.400,00 EUR im Jahr. Sie gilt allerdings nur, wenn bei Beginn der Beschäftigung noch nicht feststeht, dass diese nicht durchgehend für mindestens zwölf Monate bestehen soll. Außerdem kann neben einem Minijob eine kurzfristige Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber erfolgen, insoweit erfolgt keine Zusammenrechnung.

Werkstudentenregelung: Zulässige Ausdehnung auf die Semesterferien
Eine sozialversicherungsrechtliche Besonderheit gilt für immatrikulierte Studenten, die neben ihrem Studium ein Beschäftigungsverhältnis ausüben. Als Werkstudenten sind sie in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, in der Rentenversicherung dagegen versicherungspflichtig, wenn sie folgende drei Kriterien erfüllen:

  1. Der Status des Studenten als ordentlich Studierender
  2. Die Immatrikulation an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule
  3. Die Beschäftigung erfolgt neben dem Studium (20-Wochenstunden-Grenze)

PRAXISHINWEISE:

  • Arbeitgeber sollten sich zu jedem Semester eine neue Immatrikulationsbescheinigung vorlegen lassen und diese zu den Lohnunterlagen nehmen.
  • Bisher endete das „Werkstudentenprivileg“ mit der letzten Prüfung, die von der Hochschule für den Studiengang nach den Prüfungsbestimmungen vorgesehen war. Seit 01.01.2017 endet das „Werkstudentenprivileg“ in der Sozialversicherung mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich unterrichtet worden ist.
  • Von der Versicherungsfreiheit aufgrund des „Werkstudentenprivilegs“ werden auch Absolventen eines Hochschulstudiums erfasst, die nach Erreichen eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses in der gleichen oder in einer anderen Fachrichtung ein weiteres bzw. neues Studium aufnehmen, das wieder in einem geregelten Studiengang mit einer Hochschulprüfung abschließt.
  • Beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist nicht von einem durchgehenden Fortbestehen der Zugehörigkeit zum Personenkreis der ordentlich Studierenden auszugehen.

Bei Beschäftigungen am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden kann Versicherungsfreiheit auch bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden bestehen, wenn Zeit und Arbeitskraft des Studenten noch überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Davon gehen die Spitzenorganisationen neuerdings nur aus, wenn eine solche Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden auf einen Zeitraum von 26 Wochen befristet ist.

PRAXISHINWEIS:

  • Arbeitgeber haben bei Werkstudenten zwei Möglichkeiten:Die Studenten werden neben ihrem Studium nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt, egal wie hoch das Arbeitsentgelt ausfällt und ob das Arbeitsverhältnis unbefristet ist.
  • Geht die Beschäftigungsdauer über 20 Stunden wöchentlich hinaus, müssen Arbeitgeber darauf achten, dass die Beschäftigungsdauer nicht über 182 Kalendertage bzw. 26 Wochen eines Zeitjahres hinausgeht. Sie müssen also eine solche Beschäftigung befristen. Dann ist auch während der Semesterferien eine Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden unschädlich für die Versicherungsfreiheit.

Wichtig: Bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander oder eine Beschäftigung neben einer selbstständigen Tätigkeit ausüben, sind die wöchentlichen Arbeitszeiten zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studenten auszugehen.

PRAXISHINWEIS: Die neuen Vorschriften gelten bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten seit 01.01.2017. Sie gelten auch für bestehende Beschäftigungen, also für Studenten, die die Beschäftigung vor dem 01.01.2017 aufgenommen haben.

Unfallschutz für Ferienjobs
Ferienaushilfen sind wie alle anderen Dauerbeschäftigten bei Arbeits- und Wegeunfällen gesetzlich versichert. Die Form des Beschäftigungsverhältnisses (geringfügiges bzw. kurzfristiges) oder die Höhe der Bezahlung spielen keine Rolle. Der Unfallversicherungsschutz beginnt am ersten Arbeitstag und bezieht auch den Weg zur Arbeitsstätte und zurück nach Hause mit ein.

Inwieweit ist der geldwerte Anspruch auf Urlaubsabgeltung pfändbar?

Nicht selten sehen sich Arbeitgeber mit Pfändungsansprüchen gegen ihre Arbeitnehmer konfrontiert. Eine spezielle Frage dabei ist, ob auch ein Anspruch auf Urlaubsabgeltung bei Ausscheiden der Arbeitnehmer pfändbar ist. Dies ist eindeutig zu bejahen.

Nach dem Wortlaut des § 850a ZPO ist nur das so genannte Urlaubsgeld geschützt, also das Entgelt, das zusätzlich zur Vergütung während des Urlaubs gezahlt wird. Das Urlaubsentgelt an sich, also die reguläre Vergütung während des Urlaubs, ist dagegen nicht geschützt und damit pfändbar.


Autor


Birgit Ennemoser

Geschäftsführung Personal Services

T: 0711 997868-51
F: 0711 997868-69
E: birgit.ennemoser@str-auren.de

Theodor-Heuss-Straße 9
70174 Stuttgart


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