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Krisenberatung

Hilfe ich bin in der Krise – Was tun?

  1. Beratung durch Fachanwalt für Insolvenzrecht
  2. Prüfung möglicher Insolvenzgründe
  3. Prüfung alternativer Sanierungsszenarien
  4. Außergerichtliche Einigung mit Gläubigern oder
  5. Antrag auf Eigenverwaltung bzw. Insolvenzantrag
  6. Vorschlag zur Bestellung eines vorläufigen Sachwalters bzw. vorläufigen Insolvenzverwalters
  7. Einleitung des Verfahrens durch das Gericht und Fortführung des Unternehmens durch den Inhaber im Falle der Eigenverwaltung

Die Fortführung und Sanierung eines insolvenzreifen Unternehmens durch den Inhaber/Geschäftsführer wurde entscheidend erleichtert. Seit Einführung des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) im März 2012 stehen neue bzw. verbesserte Instrumente zur Bewältigung existenzieller Unternehmenskrisen zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um das sogenannte Eigenverwaltungsverfahren und das Schutzschirmverfahren.

Nur durch frühzeitiges Handeln können Sie Ihr Unternehmen selbst durch die Krise führen. Vereinbaren Sie mit uns ein kostenloses Beratungsgespräch – wir sind für Sie da.

Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren

Sowohl mit der (vorläufigen) Eigenverwaltung, als auch mit dem Schutzschirmverfahren eröffnet die Insolvenzordnung dem Unternehmer/Inhaber die Möglichkeit ein Insolvenzverfahren ohne einen vom Gericht bestellten (vorläufigen) Insolvenzverwalter durchzuführen und so das in die Krise geratene Unternehmen in Eigenregie wirtschaftlich wieder auf die Beine zu stellen. Beide Verfahrensarten sind gleichermaßen geeignet den angestrebten Erfolg zu erreichen. Unterscheiden sich aber vor allem hinsichtlich der Antragsvoraussetzungen und dem Umfang der eingeräumten Rechte.

Die Geschäftsleitung kann die Geschicke des Unternehmens weitere lenken, sie behält vollumfänglich die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis, die in einem Regelinsolvenzverfahren spätestens mit Eröffnung des Verfahrens auf den Insolvenzverwalter übergeht und den Unternehmer dadurch praktisch „entmündigen“. Die Geschäftsführung ist in der Eigenverwaltung damit ihr „eigener Verwalter“ und erhält eine zweite Chance.

Ziel der Verfahren ist es, das Unternehmen dem Unternehmer zu erhalten und es nicht wie in einer Regelinsolvenz üblich, zu „zerschlagen bzw. ganz oder in Teilen zu verkaufen“. Während ein Regelinsolvenzverfahren auf Abwicklung programmiert ist, wird das Unternehmen bei Eigenverwaltung im Rahmen eines Insolvenzplans entschuldet. Der Schuldner sollte daher regelmäßig dann ein vorläufiges Eigenverwaltungs- oder Schutzschirmverfahren beantragen, wenn er seinen Betrieb sanieren und fortführen will.

Eigenverwaltung

Das Eigenverwaltungsverfahren ermöglicht bei einer Unternehmenskrise den Unternehmenserhalt und die Fortführung des Unternehmens durch den bisherigen Unternehmer/Inhaber. Der entscheidende Vorteil besteht hier darin, dass die Geschäftsleitung die Firma selbst durch die Krise führen darf. Die (vorläufige) Eigenverwaltung ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens, bei der die Geschäftsführung verfügungsberechtigt und damit handlungsfähig bleibt. Dies ist ein entscheidender Unterschied zum Regelverfahren. Ein (vorläufiger) Insolvenzverwalter wird bei der Eigenverwaltung vom Insolvenzgericht nicht eingesetzt, lediglich ein sogenannter Sachwalter. Dessen Aufgabe ist es, die Interessen der Gläubiger im Prozess der Unternehmenssanierung zu wahren, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu prüfen und gegebenenfalls ein Ende der Eigenverwaltung zu beantragen, falls das Verhalten des Unternehmers/Geschäftsführers Anlass zu der Befürchtung gibt, dass Gläubiger geschädigt werden könnten.

Voraussetzung für die Genehmigung eines Eigenverwaltungsverfahrens ist ein entsprechender Antrag seitens des Unternehmers/Geschäftsführers, der zusammen mit dem Insolvenzantrag beim zuständigen Insolvenzgericht eingereicht wird. Das Gericht prüft dann, ob diese Verfahrensform zu einem Nachteil für die Gläubiger führen kann. Liegen keine Hinweise darauf vor, ordnet das Gericht die Eigenverwaltung an. Das Instrument der Eigenverwaltung soll Geschäftsführer kriselnden Unternehmen einen Anreiz geben, möglichst frühzeitig Insolvenzantrag zu stellen. Bislang waren Anträge meist sehr spät gestellt worden, weil Geschäftsführer den Kontrollverlust im Insolvenzverfahren fürchteten. Der Kontrollverlust entfällt bei der Eigenverwaltung. Wird der Insolvenzantrag deshalb zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt gestellt, steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens erheblich.

Ablauf der Eigenverwaltung

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (nach ca. ein bis drei Monaten) enden die vorläufige Eigenverwaltung oder das Schutzschirmverfahren.

Anstelle eines (vorläufigen) Sachwalters wird nunmehr ein Sachwalter bestellt (zumeist personenidentisch mit dem vorläufigen Sachwalter), der weiterhin lediglich eine Kontroll- und Überwachungsfunktion ausübt. Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis verbleibt zu jeder Zeit bei dem eigenverwaltenden Unternehmer/Inhaber.

Es werden sodann die im Sanierungsplan angestrebten Maßnahmen weiter ausgearbeitet und umgesetzt. Dabei ist eine gute Zusammenarbeit mit den Gläubigern von großer Bedeutung, da diese letztlich über den Insolvenzplan entscheiden.

Regelmäßig rund zwei bis drei Monate nach Eröffnung des Verfahrens findet der sogenannte Erörterungs- und Abstimmungstermin statt, in dem der Unternehmer/Inhaber den Gläubigern den Insolvenzplan vorstellt und über diesen abgestimmt wird. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Gläubiger eine gewisse Machtstellung besitzen und durchaus in der Lage sind, den Insolvenzplan zu torpedieren, wird deutlich, wie wichtig eine professionelle Unterstützung während des Verfahrens ist. Ein qualifizierter und erfahrener Berater wird unter anderem schon im Vorfeld des Erörterungs- und Abstimmungstermins den Insolvenzplan mit den wichtigsten Gläubigern abstimmen und durch die Einholung von Vollmachten die frühzeitige Zustimmung zum Plan sichern. Bei entsprechender Vorbereitung ist der Erörterungs- und Abstimmungstermin nur noch ein formaler Akt. Im Normalfall dauert das gesamte Verfahren bis zur Aufhebung zwischen fünf und acht Monaten.

Schutzschirm

Das sogenannte Schutzschirmverfahren ist eine Sonderform der Eigenverwaltung. Es schützt das Unternehmen vor Vollstreckungsmaßnahmen seitens der Gläubiger und dient auf diese Weise, den Beteiligten die Vorbereitung der Unternehmenssanierung zu erleichtern. Wie bei der Eigenverwaltung, bleibt auch im Schutzschirmverfahren die Geschäftsführung verfügungsberechtigt. Ein weiterer maßgeblicher Vorteil des Schutzschirmverfahrens ist es, dass die Geschäftsführung dem Gericht einen geeigneten Sachwalter vorschlagen kann. Das Gericht ist an diesen Vorschlag gebunden, soweit der Kandidat nicht offensichtlich ungeeignet ist. Dem Sachwalter obliegen dieselben Überwachungsfunktionen wie bei der Eigenverwaltung. Durch das Vorschlagsrecht auf Seiten der Geschäftsführung ist das Schutzschirmverfahren aber noch plan- und berechenbarer als die Eigenverwaltung.

Um in den Genuss des Schutzschirmverfahrens kommen zu können, müssen die Krisenunternehmen aber einige Voraussetzungen erfüllen, insbesondere darf zum Zeitpunkt der Antragsstellung das Unternehmen noch nicht überschuldet oder zahlungsunfähig sein.


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Gerhard Walter
Diplom-Kaufmann
Rechtsanwalt / Steuerberater
Fachanwalt für Insolvenzrecht

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