06.05.2019

Arbeitgeber unterbreiten Angebot in 2. Runde der Tarifverhandlungen

Auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen 2019 für die Beschäftigten des Einzelhandels in Baden-Württemberg endete am heutigen Montag nach rund zwei Stunden ohne Ergebnis.

Angeboten wurde ein Tarifabschluss mit einer Laufzeit von zwei Jahren, der im Volumen wie folgt beschrieben wird:

  •  Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen im ersten Jahr um 1,5%
  • Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen im zweiten Jahr um 1,0%

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Dr. Philip Merten bezeichnete das Angebot als der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen angemessen.
Daher haben sich die Tarifvertragsparteien auf einen nächsten Termin vertagt. Die 3. Runde der Tarifverhandlungen wird am Mittwoch, den 12.06.2019 in Korntal-Münchingen stattfinden.

Meldung vom 17. April 2019 zur 1. Runde Tarif:

Die erste Runde der Tarifverhandlungen 2019 für die Beschäftigten des Einzelhandels in Baden-Württemberg endete nach rund drei Stunden ohne Ergebnis. Der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer begründete zunächst ausführlich die von ver.di geltend gemachte Forderung nach einer Anhebung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent. Zudem beharrt die Gewerkschaft auf ein Mindesteinkommen von 2.100,00 € in den unteren Entgeltgruppen, was einem Plus von 21,24 Prozent bei den Einstiegsgehältern entspricht.


Der Handelsverband Baden-Württemberg beurteilt die Forderungen von ver.di als realitätsfremd. Diese seien der derzeitigen Situation im Einzelhandel Baden-Württemberg völlig unangemessen.

„Wenn man die Entwicklung unserer Branche betrachtet und die chronisch schwachen Margen in Kombination mit hohen Investitionsanforderungen im stationären Handel im Auge hat – nicht zu vergessen die Umsatzverluste durch den stärker werdenden Internet-Handel – dann sind diese Forderungen überzogen und unverantwortlich“, sagte Dr. Philip Merten, Verhandlungsführer des Handelsverbands.

Auch die geforderte Allgemeinverbindlicherklärung (AVE), lehnte der Verband strikt ab.

„Diese Forderungen – wenn sie denn wahr werden – müssten von unseren Mitgliedsunternehmen erwirtschaftet werden. Doch selbst für gut aufgestellte Händler ist dies schlicht unmöglich. Die Folge: Arbeitsplätze und Standorte geraten ernsthaft in Gefahr.“ Merten ergänzte: „Die Gewerkschaft will die Tarifbindung steigern. Dann muss es aber auch in ihrem Interesse sein, dass die Kostenbelastungen von allen Handelsunternehmen getragen werden."

Stand vor Beginn der Tarifverhandlungen:

Am heutigen Mittwoch, 17. April um 11.30 Uhr beginnen in Korntal-Münchingen die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel.

Die Gewerkschaft ver.di fordert eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 6,5 Prozent oder mindestens 163 Euro. Zudem verlangt die Gewerkschaft ein Mindesteinkommen von 2.100,00 € in den unteren Entgeltgruppen, was einem Plus von 21,24 Prozent bei den Einstiegsgehältern entspricht.


Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100,00 €.


Der Handelsverband Baden-Württemberg sagte vor den Tarifverhandlungen:


„Der Einzelhandel befindet sich aufgrund der Digitalisierung mitten im größten Transformationsprozess seiner Geschichte. Hinzu kommen weitere Herausforderungen wie ständig wachsende Märkte, die auch aus dem Ausland auf den Einzelhandelsmarkt mit Verve drücken, außerdem steigende Bürokratiekosten, gestiegene Verbrauchererwartungen sowie Frequenzverluste und schwere Erreichbarkeit der Innenstädte durch Fahrverbote.

Aufgrund dieser Situation rechnet die Branche auch in diesem Jahr mit Schwierigkeiten bei der Erreichung der Umsatzziele und mit zum Teil erheblichen Margen-Verlusten. Bei chronisch dünner Ertragslage wird der Handel zum Wohle der Verbraucher auch weiterhin in die Preise und die Ausstattung der Geschäfte investieren müssen. Er wird aber auch zum Wohle der Mitarbeiter alles dafür tun, sichere Ausbildungs- und Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Darauf muss der angestrebte Tarifkompromiss Rücksicht nehmen. Insofern wird es in der ersten Tarifrunde darum gehen, einen geeigneten Einstieg in die Verhandlungen zu finden. Unbezahlbare Forderungen, die unsere Händler auf breiter Front in die roten Zahlen treiben würden, sind dafür nicht hilfreich.“

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